Die dänische Monarchie - Entstehung der dänischen Monarchie im frühen Mittelalter

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Stadtresidenz in Kopenhagen: Schloss Amalienborg / © C.M.M
Im 6. Jahrhundert unserer Zeit gab es erste Anzeichen für eine starke Besiedlung der Räume um Jütland und den westlichen Ostseeinseln durch das Volk der Dänen. Die Wurzeln des Könighauses reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Gorm der Alte (gestorben 950) vereinigte als Erster kleinere Besitztümer unter seiner Herrschaft, während sein Sohn und Nachfolger Harald Blauzahn das Christentum nach Dänemark brachte. Er war der erste christliche Herrscher der Dänen. Die Nachfolger Haralds erweiterten das staatliche Territorium enorm und so gerieten im Jahre 1035 weite Teile Britanniens und Norwegens unter dänische Kontrolle.

Bis ins 11. Jahrhundert hinein wurden die Dänen zu den Wikingern gezählt, die Europa mit Raubzügen heimsuchten, aber auch überall Städte und Kolonien gründeten. In dieser Zeit begann die Entwickelung Dänemarks zum "Königreich der hundert Inseln".

Margrethe I – Die bedeutendste Königin auf dem dänischen Thron
Im Jahre 1375 starb König Waldemar IV. ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Olaf, der Enkel Waldemars und Sohn Margreths wurde zum neuen König bestimmt. Da er zur Zeit seiner Ernennung fünf Jahre alte gewesen war, übernahm seine Mutter als Margrethe I. vorübergehend die Staatsgeschäfte. So begann Ende des 14. Jahrhunderts der Aufstieg Dänemarks in Europa. Durch Heiratspolitik kamen Norwegen und Schweden gänzlich in den Herrschaftsbereich des dänischen Königs. Obwohl Olaf im Alter von 17 Jahren starb, konnte seine Mutter das Machtzentrum erhalten und gründete zusammen mit den zwei anderen nordischen Königreichen Schweden und Norwegen die Union von Kalmar. Auch militärisch musste sie sich beweisen, als es 1412 zum offenen Kampf um die Vorherrschaft im Ostseeraum und um Flensburg kam. Die dänischen Truppen siegten. Margrethe erkrankte kurz darauf an der Pest und starb im Alter von 59 Jahren. Obwohl sie genau genommen niemals Königin war, wird sie dennoch bis heute im Volk als bedeutende Politikerin und Diplomatin verehrt.

Deutsche auf dem dänischen Thron
Nach Margreths Tod erlosch die Dynastie und mit Christian I. kam das deutsche Haus Oldenburg auf den dänischen Thron. Seit dieser Zeit tragen dänische Herrscher den Namen Christian oder Frederik. Die Oldenburger herrschten bis ins 18. Jahrhundert über die Dänen. 1863 gelangte die Dynastie der Glücksburger an die Macht. Die deutschen Könige auf dem Thron und die enge Verbindung mit Schleswig-Holstein führten dazu, dass viele staatliche Ämter ebenfalls von Deutschen ausgeübt wurden. Das Königreich entwickelte sich in der Folgezeit schrittweise von einem Wahlkönigtum über eine Erbmonarchie hin zu einer aufgeklärten Monarchie. Die Bauernbefreiung setzte ein, die Aufhebung der Leibeigenschaft wurde beschlossen und eine liberale Zensur eingeführt. Bereits am 5. Juni 1849 wurde die konstitutionelle Monarchie ausgerufen und ein Parlament zugelassen. 1864 fand der letzte Krieg um das Herzogtum Schleswig-Holstein statt. Preußen und Österreicher besiegten die dänische Armee, die Krone verlor das Herrschaftsgebiet und büßte zusehends Macht in Europa ein. Dies war gleichzeitig der letzte Krieg in dem Dänemark aktiv kämpfte.

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Dänemark im 20. Jahrhundert
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Dänen von den Deutschen am 9. April 1940 regelrecht überrannt und mussten unter Protest kapitulieren. Im Zuge der Operation "Weserübung" wurde Dänemark kampflos besetzt. König Christian X. und seine Frau blieben dennoch. Die Dänen lösten den Konflikt mit den Deutschen auf kluge Art und Weise, denn sie konnten ihre politische Selbstständigkeit durchsetzen. Kam es zu Übergriffen seitens der Deutschen beschwerte man sich sofort, kam es zu Forderungen seitens der deutschen Besatzer gab es langwierige Verhandlungen. Die Bevölkerung leistete passiven Widerstand und Christian X. wurde zum Idol der Massen in dieser Zeit. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges schlug die dänische Regierung eine Änderung des Thronfolgegesetzes vor, denn es gab Schwierigkeiten mit der Nachfolge. Nun war auch die weibliche Linie offiziell zugelassen und Prinzessin Margrethe (Tochter von König Frederik IX.) wurde Kronprinzessin. Sie war im Volk äußerst beliebt und wurde am 15. Januar 1972 als Margrethe II. zur Königin von Dänemark ausgerufen. Das Regentenpaar hatte zwei Söhne, Kronprinz Frederik und Prinz Joachim. Der dänische Thronfolger, Kronprinz Frederik, heiratete 2004 die Australierin Mary Donaldson. Beide genießen große Popularität im Lande und nach wie vor herrscht im Herrscherhaus große Eintracht. Kopenhagen ist der Sitz des dänischen Königs.

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Politische Bedeutung heute
Die Machtfülle auf die sich das Herrscherhaus stützen konnte, besitzt es nicht mehr. Die Regierungsform ist zwar eine parlamentarisch-demokratische Monarchie, dennoch nimmt der König hauptsächlich repräsentative Funktionen wahr. Er ist das Staatsoberhaupt und ihm untersteht formal die Exekutive des Staates. Geführt werden die Regierungsgeschäfte allerdings vom Parlament bzw. dem Staatsminister, der zwar vom König ernannt wird, allerdings eine Mehrheit im Parlament benötigt. Das Folketing (dänisches Parlament) ist für die Erarbeitung und Erschließung von Gesetzten zuständig. Es besteht aus 179 Mitgliedern der verschiedenen Parteien, die für jeweils vier Jahre gewählt werden. Gesetze benötigen also die Einstimmigkeit des Parlaments und des Königs. Der König ist weiterhin befugt Richter zu berufen, obwohl die Gerichte in ihrer Funktion unabhängig sind. Dieser Akt muss also eher traditionell gesehen werden.

Gesellschaftliche Bedeutung heute
Das Königshaus genießt breites Ansehen in der Gesamtbevölkerung und vor allem Kronprinz Frederik und seine Familie sind äußerst beliebt. Kronprinzessin Mary gebar im Januar 2011 Zwillinge. Dieses Ereignis war in der Öffentlichkeit lange erwartet und diskutiert worden. Das dänische Königshaus steht oft in der Öffentlichkeit, ähnlich wie die Royals in England oder das niederländische Königshaus. Die königliche Familie setzt sich für Flüchtlinge dieser Welt ein. Die friedliche internationale Zusammenarbeit mit anderen Ländern steigert das Ansehen in der Bevölkerung zusätzlich. Bis heute rühmen sich die Dänen, die älteste Monarchie in Europa zu besitzen. Sie sind stolz auf ihre Geschichte, ihr Land und nicht zuletzt auf ihre Regierung.